Vertrauen kann man bei einer Katze nicht erzwingen.
Man kann sie nicht oft genug streicheln, nicht lange genug festhalten und auch nicht einfach beschließen:
„Ab heute weißt du, dass ich es gut mit dir meine.“
Eine Katze muss diese Erfahrung selbst machen.
Immer wieder.
Sie erlebt, ob ihre Signale beachtet werden.
Ob sie Abstand nehmen darf.
Ob Rückzugsorte wirklich sicher sind.
Ob Berührungen angenehm bleiben.
Und ob ein Mensch sich für sie einigermaßen vorhersehbar verhält.
Genau deshalb besteht Vertrauensaufbau häufig gar nicht aus großen Gesten.
Viel wichtiger sind viele kleine Situationen, in denen eine Katze erlebt:
Ich habe eine Wahl. Meine Signale werden wahrgenommen. Hier passiert mir nichts Unangenehmes.
Das gilt für eine frisch eingezogene oder sehr scheue Katze genauso wie für eine Katze, die schon seit Jahren mit uns lebt.
Denn Vertrauen ist kein Zustand, den man einmal erreicht und anschließend nie wieder beachten muss.
