Bei sehr jungen Kitten ist das Geschlecht nicht immer sofort eindeutig zu erkennen. Gerade wenn sie noch winzig, sehr flauschig oder unruhig sind, sehen die Unterschiede auf den ersten Blick ziemlich ähnlich aus.
Am zuverlässigsten helfen zwei Merkmale: der Abstand zwischen After und Geschlechtsöffnung sowie die Form der unteren Öffnung.
Mit etwas Ruhe lässt sich so häufig schon erkennen, ob es sich um eine kleine Katze oder einen kleinen Kater handelt.
Woran erkennt man das Geschlecht eines Kittens?
Wenn du vorsichtig unter den angehobenen Schwanz schaust, siehst du zwei Öffnungen.
Oben befindet sich bei beiden Geschlechtern der After. Entscheidend ist deshalb vor allem, wie die darunterliegende Geschlechtsöffnung aussieht und wie weit sie vom After entfernt liegt.
Weibliches Kitten erkennen
Bei weiblichen Kitten liegen After und Geschlechtsöffnung normalerweise relativ dicht beieinander.
Die untere Öffnung wirkt eher wie ein kleiner senkrechter Schlitz.
Vereinfacht kann man sich merken:
Wenig Abstand + eher schlitzförmige Öffnung = wahrscheinlich weiblich.
Männliches Kitten erkennen
Bei männlichen Kitten befindet sich zwischen After und Geschlechtsöffnung normalerweise mehr Abstand.
Die untere Öffnung erscheint eher rund.
Bei etwas älteren Katern kann zwischen den beiden Öffnungen außerdem der Bereich des Hodensacks erkennbar werden. Bei sehr jungen Kitten ist das jedoch nicht immer deutlich zu sehen.
Als einfache Merkhilfe:
Mehr Abstand + eher runde Öffnung = wahrscheinlich männlich.
Warum ist die Bestimmung manchmal schwierig?
Bei neugeborenen oder sehr jungen Kitten sind sämtliche Strukturen noch sehr klein. Dazu kommen dichtes Fell und natürlich die Tatsache, dass die meisten Kitten wenig Lust haben, für eine genaue Untersuchung stillzuhalten.
Deshalb kann selbst eine eigentlich einfache Unterscheidung manchmal erstaunlich schwierig sein.
Wenn mehrere Kitten vorhanden sind, kann es helfen, sie miteinander zu vergleichen. Der unterschiedliche Abstand fällt dann häufig deutlicher auf.
Kann man das Geschlecht an der Fellfarbe erkennen?
Nicht zuverlässig.
Manche Fellfarben hängen zwar mit dem Geschlecht zusammen, sie ersetzen aber niemals den Blick auf die körperlichen Merkmale.
Rot beziehungsweise orange gefärbte Katzen sind beispielsweise häufiger männlich – es gibt aber natürlich auch rote weibliche Katzen.
Bei dreifarbigen beziehungsweise schildpattfarbenen Katzen ist die Situation umgekehrt: Sie sind aufgrund der Vererbung der Fellfarbe fast immer weiblich. Sehr selten können jedoch auch männliche Tiere diese Farbverteilung zeigen.
Deshalb gilt auch hier: Fellfarbe ist ein Hinweis, aber keine sichere Geschlechtsbestimmung.
Auch das Verhalten verrät das Geschlecht nicht
Ein besonders mutiges, wildes, ruhiges oder verschmustes Kitten ist nicht automatisch männlich oder weiblich.
Persönlichkeit und Verhalten unterscheiden sich von Katze zu Katze und eignen sich nicht dazu, das Geschlecht eines jungen Tieres zu bestimmen.
Bitte nur kurz und vorsichtig anschauen
Wenn das Kitten noch sehr jung ist, sollte die Kontrolle möglichst schnell und behutsam erfolgen.
Heb den Schwanz niemals mit Kraft hoch und halte das Tier nicht unnötig lange fest. Sehr kleine Kitten sollten außerdem nicht länger als nötig von ihrer Mutter getrennt werden.
Wenn sich das Geschlecht nicht eindeutig erkennen lässt, ist es vollkommen in Ordnung, später noch einmal nachzusehen.
Im Zweifel lieber nachfragen
Gerade bei sehr jungen Kitten kann man sich leicht täuschen.
Ein Tierarzt, eine erfahrene Pflegestelle oder jemand mit viel Erfahrung in der Kittenaufzucht kann das Geschlecht meist zuverlässiger beurteilen.
Spätestens vor einer geplanten Kastration sollte ohnehin tierärztlich geklärt sein, ob es sich um Katze oder Kater handelt.
Kurz zusammengefasst
- Weiblich: wenig Abstand zwischen den Öffnungen, untere Öffnung eher schlitzförmig
- Männlich: größerer Abstand zwischen den Öffnungen, untere Öffnung eher rund
- Bei sehr jungen Kitten kann die Unterscheidung schwierig sein.
- Fellfarbe und Verhalten sind keine zuverlässigen Schnelltests.
- Im Zweifel lieber später noch einmal schauen oder fachkundige Hilfe fragen.
Nicht raten, sondern genau hinschauen – und wenn du dir unsicher bist, lieber einmal mehr nachfragen.

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