Warum schnattern Katzen Vögel an? | Was hinter dem Klappern am Fenster steckt

Viele Katzen machen ganz besondere Geräusche, wenn sie am Fenster sitzen und einen Vogel, ein Insekt oder ein anderes kleines Tier beobachten.

Der Unterkiefer bewegt sich schnell, dazu kommen klickende, keckernde oder zwitschernde Laute – manchmal klingt es fast so, als würde die Katze selbst versuchen, einen Vogel nachzumachen.

Dieses Verhalten wird häufig als Schnattern, Keckern oder Chirpen bezeichnet.

Aber warum machen Katzen das eigentlich?

Die kurze Antwort lautet: Wir wissen es bis heute nicht ganz genau.

Was ist Katzenschnattern?

Beim Schnattern öffnet eine Katze ihr Maul meist leicht und bewegt den Unterkiefer schnell auf und ab. Gleichzeitig entstehen kurze klickende, keckernde oder zwitschernde Laute.

Besonders häufig lässt sich das beobachten, wenn eine Katze mögliche Beute sieht, sie aber nicht erreichen kann – zum Beispiel einen Vogel vor dem geschlossenen Fenster.

Nicht jede Katze macht diese Geräusche. Manche schnattern sehr häufig, andere nur gelegentlich und einige überhaupt nicht.

Auch das ist völlig normal.

Warum schnattern Katzen?

Eine endgültig bewiesene Erklärung gibt es bislang nicht. Es existieren jedoch mehrere plausible Vermutungen.

Aufregung oder Frustration

Eine Katze sieht einen Vogel, beobachtet jede seiner Bewegungen und würde ihm vermutlich gern näherkommen – doch die Fensterscheibe verhindert die Jagd.

Deshalb wird manchmal angenommen, dass Schnattern mit besonders hoher Erregung oder auch mit Frustration zusammenhängt.

Die Katze ist aufmerksam, ihr Jagdverhalten wurde aktiviert, aber sie kann die Handlung nicht zu Ende führen.

Ein Teil des Jagdverhaltens

Schnattern tritt besonders häufig in Situationen auf, in denen Katzen potenzielle Beute beobachten.

Damit liegt die Vermutung nahe, dass die Laute irgendwie mit dem Jagdkontext verbunden sind.

Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass Schnattern eine ganz bestimmte Funktion während der Jagd erfüllt. Welche Rolle das Geräusch tatsächlich spielt, ist nicht abschließend geklärt.

Imitiert die Katze ihre Beute?

Eine weitere spannende Vermutung lautet, dass Katzen möglicherweise Laute ihrer Beutetiere nachahmen könnten.

Beobachtungen an einigen Katzenartigen haben die Diskussion über eine mögliche Lautimitation angeregt.

Für unsere Hauskatzen ist jedoch nicht belegt, dass sie am Fenster gezielt Vogelstimmen imitieren, um Beute anzulocken oder zu täuschen.

Es bleibt deshalb eine interessante Hypothese – aber keine gesicherte Erklärung.

Will die Katze den Vogel mit dem Schnattern „hypnotisieren“?

Nein, dafür gibt es keine belastbaren Hinweise.

Auch die Vorstellung, Katzen würden mit diesen Lauten gezielt Vögel anlocken, ist bei Hauskatzen nicht nachgewiesen.

Schnattern passt viel besser zu einer Situation hoher Aufmerksamkeit und jagdlicher Erregung als zu einer geheimen Jagdtechnik.

Warnt die Katze ihre Beute damit nicht?

Das wäre tatsächlich ein ziemlich schlechter Jagdplan.

Beim echten Anschleichen versuchen Katzen normalerweise, möglichst unauffällig zu bleiben. Sie bewegen sich langsam, verharren und vermeiden unnötige Geräusche.

Gerade deshalb spricht einiges dafür, dass das bekannte Schnattern am Fenster eher mit der besonderen Situation zusammenhängt: Die Beute ist sichtbar, aber für die Katze unerreichbar.

Ist Schnattern ein Zeichen für Stress?

Nicht automatisch.

Eine Katze, die am Fenster kurz einen Vogel beobachtet, schnattert und danach wieder ihrem Alltag nachgeht, zeigt damit zunächst ein normales Verhalten.

Wie immer lohnt es sich, die gesamte Situation zu betrachten.

Wenn eine Katze allerdings über längere Zeit extrem erregt vor dem Fenster sitzt, hektisch hin und her läuft oder nach der Beobachtung kaum zur Ruhe kommt, kann etwas zusätzliche Beschäftigung sinnvoll sein.

Was kannst du tun, wenn deine Katze häufig schnattert?

Du musst das Verhalten nicht unterbrechen und deine Katze dafür schon gar nicht bestrafen.

Du kannst ihr stattdessen Möglichkeiten geben, ihr natürliches Jagdverhalten auf sichere Weise auszuleben.

  • regelmäßige Spiele mit einer Spielangel
  • Beutespiele mit kleinen katzensicheren Spielzeugen
  • Futter- und Suchspiele
  • abwechslungsreiche erhöhte Beobachtungsplätze
  • ausreichend Ruhephasen zwischen den Spielzeiten

Bei Spielangeln und Spielzeugen mit Schnüren gilt: Nach dem gemeinsamen Spiel wieder wegräumen, damit sich die Katze nicht unbeaufsichtigt darin verfangen kann.

Ein Fensterplatz darf trotzdem spannend sein

Man muss einer Katze nicht die Sicht auf Vögel nehmen, nur weil sie dabei schnattert.

Für viele Wohnungskatzen ist ein sicherer Fensterplatz eine interessante Form der Umweltbeobachtung.

Vögel, Blätter, Menschen, Insekten und wechselnde Geräusche sorgen dort für ständig neue Eindrücke.

Wichtig ist vor allem, dass Fenster und Balkon katzensicher sind und die Katze draußen lebende Tiere nicht erreichen kann.

Also: Warum schnattern Katzen nun?

Ganz sicher können wir es noch nicht sagen.

Mehrere Erklärungen sind denkbar: jagdliche Erregung, hohe Aufmerksamkeit, Frustration über unerreichbare Beute oder möglicherweise weitere Bestandteile des Jagdverhaltens, die wir noch nicht vollständig verstehen.

Was wir deshalb vermeiden sollten, ist eine vermeintlich eindeutige Antwort auf ein Verhalten zu geben, das wissenschaftlich noch nicht abschließend erklärt ist.

Vielleicht ist genau das am Katzenschnattern so faszinierend: Es ist ein ganz alltäglicher Katzenmoment – und trotzdem steckt darin noch immer ein kleines Rätsel.

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