Mabon bezeichnet im modernen Jahreskreis die Zeit rund um die Herbst-Tagundnachtgleiche. Tag und Nacht sind nun ungefähr gleich lang, die Erntezeit geht ihrem Ende entgegen und der Herbst wird deutlich spürbar.
Es ist eine schöne Gelegenheit, bewusst auf das zu schauen, was das Jahr bisher gebracht hat: auf Fülle und Dankbarkeit, aber auch auf Dinge, die man nicht mit in die ruhigere Jahreszeit nehmen möchte.
Kleine Mabon-Rituale für den Herbst
Auch hier gilt: Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“. Such dir einfach eine oder zwei Ideen aus, die zu deinem Alltag passen.
🍎 Einen kleinen Herbstplatz gestalten
Äpfel, Nüsse, Beeren, bunte Blätter, Kastanien oder ein paar Zweige lassen sich zu einer kleinen herbstlichen Ecke zusammenstellen.
Das kann eine Schale auf dem Tisch, ein Platz auf der Fensterbank oder einfach eine saisonale Dekoration sein, die dich an die Fülle dieser Jahreszeit erinnert.
🍏 Einen Apfel bewusst teilen
Schneide einen Apfel quer durch die Mitte. Im Kerngehäuse lässt sich dabei oft eine sternartige Form erkennen.
Nimm dir einen Moment Zeit, bevor du ihn isst oder mit jemandem teilst. Eine kleine Handlung, die ganz ohne großen Aufwand zu einem bewussten Herbstmoment werden kann.
🫙 Vorräte für die kommende Zeit vorbereiten
Der Herbst ist traditionell eine Zeit des Sammelns und Bewahrens.
Du kannst Obst einkochen, Kräuter trocknen, Marmelade zubereiten oder einfach ein paar saisonale Lebensmittel für die nächsten Tage vorbereiten.
Es muss keine große Vorratshaltung daraus werden. Schon ein einzelnes Glas Selbstgemachtes passt wunderbar zu dieser Jahreszeit.
🪶 Aufschreiben, was gehen darf
Was möchtest du mit dem Sommer abschließen? Was kostet Kraft, obwohl es dir eigentlich nicht mehr guttut?
Schreib einen Gedanken auf, den du bewusst nicht mit in die kommenden Monate nehmen möchtest.
Du kannst den Zettel anschließend zerreißen oder entsorgen. Es geht dabei nicht darum, Probleme mit einem Ritual verschwinden zu lassen, sondern darum, sich bewusst zu machen, was man verändern oder loslassen möchte.
🍞 Ein kleines Erntemahl genießen
Brot, Äpfel, Birnen, Trauben, Nüsse, Kürbis oder ein warmes saisonales Gericht passen wunderbar zu einem kleinen herbstlichen Essen.
Iss für einen Moment ganz bewusst und nimm wahr, was gerade Saison hat und welche Lebensmittel diese Jahreszeit mit sich bringt.
⚖️ Die eigene Balance betrachten
Die Tagundnachtgleiche bietet ein schönes Bild für Gleichgewicht.
Frag dich einmal ganz nüchtern: Was gibt mir im Moment Energie – und was nimmt mir besonders viel davon?
Es muss daraus keine sofortige Veränderung entstehen. Manchmal hilft es schon, die eigene Situation einmal ehrlich aufzuschreiben.
🤎 Dankbarkeit sammeln
Notiere drei Dinge, für die du in diesem Jahr wirklich dankbar bist.
Das dürfen große Ereignisse sein, aber genauso gut etwas ganz Alltägliches: ein schöner Sommerabend, Menschen, die dir wichtig sind, ein gelungenes Projekt oder etwas, das du gelernt hast.
🍂 Einen Herbstspaziergang machen
Geh nach draußen und suche ganz bewusst nach kleinen Zeichen des beginnenden Herbstes.
Verfärbte Blätter, Früchte, Kastanien, Pilze, kühlere Luft oder ein verändertes Licht zeigen oft schon lange vor dem kalendarischen Herbst, dass die Natur langsam umschaltet.
Wenn du etwas sammeln möchtest, nimm nur mit, was erlaubt ist und was du sicher bestimmen kannst.
Balance, Ernte und Übergang
Mabon muss kein großes Fest sein. Ein Apfel, ein Spaziergang, ein herbstliches Essen oder ein paar ruhige Gedanken können völlig ausreichen.
Balance. Ernte. Dankbarkeit. Loslassen.
Vielleicht liegt der schönste Gedanke dieser Zeit darin, die vorhandene Fülle anzunehmen, das Gleichgewicht im eigenen Leben wieder bewusster wahrzunehmen und sich langsam auf die ruhigere Hälfte des Jahres einzustimmen.

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