Schnüffelmatte für Katzen – einfache Beschäftigung mit Leckerlis

Futter muss nicht immer einfach im Napf landen.

Wenn eine Katze kleine Futterstücke erst suchen muss, wird aus der Futteraufnahme gleichzeitig eine kleine Beschäftigungsaufgabe. Eine mögliche Variante dafür ist die Schnüffelmatte.

Sie ist kein Wundermittel und nicht jede Katze findet sie spannend. Richtig eingesetzt kann sie aber eine unkomplizierte Möglichkeit sein, Futtersuche und Beschäftigung miteinander zu verbinden.

Was ist eine Schnüffelmatte?

Eine Schnüffelmatte besteht meist aus vielen dicht angeordneten Stoff- oder Fleecestreifen. Zwischen diesen Streifen werden kleine Futterstücke versteckt.

Die Katze muss das Futter anschließend suchen und kann dabei Nase, Augen und Pfoten einsetzen.

Das Prinzip ähnelt anderen Formen der Futterbeschäftigung wie Fummelbrettern, Puzzle Feedern oder versteckten Futterportionen: Die Nahrung wird nicht einfach präsentiert, sondern muss zumindest ein wenig erarbeitet werden.

Warum kann Futtersuche eine sinnvolle Beschäftigung sein?

Katzen sind darauf spezialisiert, ihre Umgebung aufmerksam zu beobachten, Beute aufzuspüren und Nahrung nicht ausschließlich aus einer jederzeit gefüllten Schale aufzunehmen.

Fachliche Leitlinien zur Katzhaltung empfehlen deshalb unter anderem Möglichkeiten für Spiel, Futtersuche und jagdähnliches Verhalten. Dazu können beispielsweise versteckte Futterstücke oder Futterpuzzles gehören.

Eine Schnüffelmatte ist eine mögliche praktische Umsetzung dieses Grundgedankens.

Wichtig ist dabei die Einordnung: Schnüffelmatten speziell für Katzen sind nicht umfassend wissenschaftlich untersucht. Gut beschrieben ist dagegen das übergeordnete Prinzip der Futterbeschäftigung und von Puzzle Feedern.

So gelingt der Einstieg

Eine neue Beschäftigung sollte möglichst leicht beginnen.

  1. Zunächst nur wenige gut sichtbare Futterstücke zwischen die oberen Streifen legen.
  2. Die Katze selbst entdecken lassen, wie sie an das Futter gelangt.
  3. Erst später einzelne Stücke etwas tiefer verstecken.
  4. Die ersten Einheiten kurz halten und aufhören, bevor Frust entsteht.

Manche Katzen verstehen die Aufgabe sofort. Andere brauchen mehrere Versuche – und einige interessieren sich schlicht nicht dafür.

Das ist völlig in Ordnung. Eine Beschäftigungsidee muss zur jeweiligen Katze passen.

Was kann man darin verstecken?

Gut geeignet sind kleine Stücke des gewohnten Trockenfutters oder kleine Leckerlis.

Wer regelmäßig Futter für Beschäftigung verwendet, sollte die Menge am besten von der normalen Tagesration abziehen. So werden aus kleinen Suchspielen nicht unbemerkt zusätzliche Kalorien.

Für feuchtes Futter sind klassische Fleecematten meist weniger praktisch. Wenn feuchtes Futter verwendet werden soll, sollte das Material dafür geeignet, gut zu reinigen und anschließend vollständig zu trocknen sein.

Worauf sollte man achten?

Wie bei anderem Katzenspielzeug spielt die Sicherheit eine wichtige Rolle.

  • Stoffstreifen und Knoten sollten fest sitzen.
  • Lose Fäden oder ablösbare Teile sollten entfernt werden.
  • Die Matte regelmäßig auf Schäden kontrollieren.
  • Nur Materialien verwenden, an denen die Katze nicht intensiv kaut oder die sie verschlucken könnte.
  • Besonders zu Beginn sollte die Nutzung beaufsichtigt werden.
  • Die Matte regelmäßig reinigen und vollständig trocknen lassen.

Beginnt eine Katze, Stoffstücke abzubeißen oder zu fressen, ist eine Schnüffelmatte für sie keine geeignete Beschäftigungsform.

Und wenn mehrere Katzen zusammenleben?

In einem Mehrkatzenhaushalt kann Futter schnell zu einer umkämpften Ressource werden.

Deshalb kann es sinnvoll sein, Schnüffelmatten getrennt oder nacheinander anzubieten – besonders dann, wenn eine Katze sehr futtermotiviert ist, schneller arbeitet oder andere Tiere vom Futter verdrängt.

Beschäftigung sollte schließlich nicht dazu führen, dass eine Katze unter Druck gerät oder sich gegen eine andere durchsetzen muss.

Kann man eine Schnüffelmatte selbst machen?

Grundsätzlich ja.

Eine einfache Variante lässt sich beispielsweise aus einer stabilen gelochten Unterlage und vielen fest verknoteten Stoff- oder Fleecestreifen herstellen.

Dabei ist wichtiger als das Aussehen, dass die Konstruktion stabil, waschbar und sicher ist.

Es sollten keine losen Fäden, leicht abreißbaren Stoffstücke oder kleinen Teile entstehen, die verschluckt werden könnten. Auch selbst gebaute Matten sollten regelmäßig auf Beschädigungen überprüft werden.

Beschäftigung – aber kein Wundermittel

Eine Schnüffelmatte kann den Alltag einer Katze bereichern. Sie ersetzt aber weder Bewegung noch gemeinsames Spiel, Klettermöglichkeiten, Beobachtungsplätze, Rückzugsorte oder eine insgesamt katzengerechte Umgebung.

Und nicht jede Katze braucht dieselbe Form der Beschäftigung.

Die eine Katze arbeitet begeistert jedes Futterstück aus einer Matte heraus. Eine andere bevorzugt ein Fummelbrett, eine Spielangel oder das Erkunden eines neuen Kartons.

Gute Beschäftigung bedeutet deshalb nicht möglichst viel Beschäftigung – sondern passende Möglichkeiten anzubieten und die Katze entscheiden zu lassen.

Kurz & knapp

Eine Schnüffelmatte verbindet Futteraufnahme mit einer kleinen Suchaufgabe.

Sie kann eine einfache Form der Futterbeschäftigung sein, sollte aber leicht eingeführt, sicher verarbeitet und an die einzelne Katze angepasst werden.

Bei mehreren Katzen kann eine getrennte Nutzung sinnvoll sein.

Und Mo?

Wir haben tatsächlich eine gekaufte Schnüffelmatte.

Man kann eine solche Beschäftigung aber auch selbst bauen – zum Beispiel mit einer stabilen gelochten Unterlage und fest verknoteten Fleecestreifen.

Die Grundidee bleibt immer gleich:

Suchen statt einfach nur fressen. 🐾

Quellen

Ellis S. L. H. et al. (2013): AAFP and ISFM Feline Environmental Needs Guidelines.
Journal of Feline Medicine and Surgery 15(3): 219–230.
Die Leitlinien empfehlen unter anderem Möglichkeiten für Spiel, jagdähnliches Verhalten sowie Futteraufnahme, bei der Katzen aktiv nach Nahrung suchen oder diese erarbeiten.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23422366/

Dantas L. M. S., Delgado M. M., Johnson I., Buffington C. A. T. (2016): Food puzzles for cats: Feeding for physical and emotional wellbeing.
Journal of Feline Medicine and Surgery 18(9): 723–732.
Übersichtsarbeit zu Futterpuzzles bei Katzen, ihrer Einführung und ihrer möglichen Rolle als Form der Beschäftigung. Die Autoren weisen zugleich darauf hin, dass die wissenschaftliche Datenlage zu Futterpuzzles bei Katzen noch begrenzt ist.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27102691/

Dantas L. M. S. et al. – Volltext: Food puzzles for cats.
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11148901/

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