Nachts sind alle Katzen grau | Bedeutung & Herkunft des Sprichworts

„Nachts sind alle Katzen grau.“

Fast jeder kennt diesen Satz. Und obwohl darin Katzen vorkommen, geht es eigentlich nur am Rande um Katzen.

Gemeint ist vielmehr: Unter bestimmten Bedingungen werden Unterschiede, die normalerweise deutlich sichtbar sind, schwerer erkennbar.

Ein Mensch kann im Dunkeln Farben tatsächlich wesentlich schlechter unterscheiden. Ein roter, schwarzer, getigerter oder weißer Kater verliert natürlich nicht plötzlich seine Fellfarbe – aber für unsere Augen können die Unterschiede zunehmend verschwimmen.

Aus dieser ganz alltäglichen Beobachtung entstand ein Sprichwort, das seit Jahrhunderten in verschiedenen europäischen Sprachen verwendet wird.

Und seine Geschichte ist etwas weniger harmlos, als die grauen Katzen zunächst vermuten lassen.

Was bedeutet „Nachts sind alle Katzen grau“?

Heute wird das Sprichwort meist übertragen verwendet.

Es bedeutet ungefähr:

Unter bestimmten Umständen sind Unterschiede nicht mehr deutlich zu erkennen oder verlieren an Bedeutung.

Das können Unterschiede zwischen Menschen sein, zwischen Gegenständen, Meinungen, Eigenschaften oder Qualitäten.

Man könnte beispielsweise sagen:

„Auf diesen unscharfen Fotos sehen die beiden Stoffe fast identisch aus – nachts sind eben alle Katzen grau.“

Oder etwas abstrakter:

Fehlen wichtige Informationen, können verschiedene Dinge zunächst gleich erscheinen, obwohl sie es bei genauer Betrachtung überhaupt nicht sind.

Das Sprichwort sagt also nicht: Alle Katzen sind gleich

Genau genommen beschreibt die Redewendung sogar das Gegenteil.

Die Katzen sind weiterhin verschieden.

Nur der Mensch kann diese Unterschiede unter schlechten Wahrnehmungsbedingungen nicht mehr zuverlässig erkennen.

Das ist ein wichtiger Unterschied.

Das Sprichwort handelt deshalb weniger von Gleichheit als von eingeschränkter Wahrnehmung.

Warum erscheinen Farben nachts überhaupt anders?

Die Erklärung steckt in unserer Netzhaut.

Dort befinden sich zwei wichtige Gruppen lichtempfindlicher Sinneszellen:

  • Zapfen und
  • Stäbchen.

Beide haben unterschiedliche Aufgaben.

Zapfen: Farbe und Details bei ausreichend Licht

Die Zapfen funktionieren besonders gut bei heller Beleuchtung.

Menschen besitzen drei Typen von Zapfen, deren Empfindlichkeitsbereiche sich unterscheiden.

Durch den Vergleich ihrer Signale kann unser Gehirn Farben unterscheiden.

Dieses Sehen unter guten Lichtbedingungen wird als photopisches Sehen bezeichnet.

Es ermöglicht uns unter anderem:

  • Farben differenziert wahrzunehmen,
  • feine Details zu erkennen
  • und Objekte relativ scharf voneinander zu unterscheiden.

Stäbchen: besonders empfindlich bei wenig Licht

Stäbchen reagieren wesentlich empfindlicher auf geringe Lichtmengen.

Sie ermöglichen uns deshalb überhaupt erst, uns bei sehr schwacher Beleuchtung noch visuell zu orientieren.

Der Preis dafür ist allerdings eine deutlich geringere Detail- und Farbinformation.

Unter sehr dunklen Bedingungen, bei denen hauptsächlich die Stäbchen arbeiten, spricht man vom skotopischen Sehen.

Die klassische physiologische Erklärung lautet deshalb vereinfacht:

Je dunkler es wird, desto weniger zuverlässig funktioniert unsere normale Farbwahrnehmung.

Dazwischen liegt die Dämmerung

In der Realität wechselt das Auge allerdings nicht plötzlich von „Farbsehen“ zu „Schwarz-Weiß-Sehen“.

Zwischen hellem Tageslicht und sehr dunkler Nacht liegt ein großer Übergangsbereich.

Dieser wird als mesopisches Sehen bezeichnet.

Dort tragen sowohl Zapfen als auch Stäbchen zur Wahrnehmung bei.

Farben verschwinden deshalb nicht auf einen Schlag.

Sie wirken vielmehr zunehmend:

  • weniger kräftig,
  • weniger eindeutig,
  • schlechter unterscheidbar
  • und insgesamt entsättigter.

Sind nachts wirklich alle Katzen grau?

Nein – jedenfalls nicht buchstäblich.

Wie gut wir eine Fellfarbe erkennen können, hängt unter anderem davon ab:

  • wie dunkel es tatsächlich ist,
  • ob Mondlicht vorhanden ist,
  • ob Straßenlampen oder andere Lichtquellen vorhanden sind,
  • wie hell beziehungsweise dunkel die Katze selbst ist
  • und wie stark sich Katze und Hintergrund voneinander unterscheiden.

Eine weiße Katze wird bei Mondlicht beispielsweise nicht automatisch genauso aussehen wie eine schwarze.

Helligkeitsunterschiede können weiterhin wahrnehmbar sein.

Was verloren geht, ist zunehmend die zuverlässige Farbinformation.

„Grau“ ist deshalb eher eine bildhafte Beschreibung einer zunehmend farbarmen Wahrnehmung als eine exakte Aussage darüber, welche Farbe jede Katze für uns annimmt.

Helligkeit bleibt länger unterscheidbar als Farbe

Das erklärt auch, warum wir selbst in sehr dunkler Umgebung noch:

  • helle und dunkle Flächen,
  • Bewegungen,
  • Silhouetten
  • und grobe Formen

wahrnehmen können.

Eine orangefarbene und eine graue Katze können für uns also farblich immer ähnlicher wirken – trotzdem können Unterschiede in ihrer Helligkeit oder ihrem Muster teilweise noch erkennbar bleiben.

Der Purkinje-Effekt: Nicht alle Farben verschwinden gleich

Bei abnehmender Beleuchtung verändert sich außerdem die spektrale Empfindlichkeit unseres visuellen Systems.

Dieser Effekt wird als Purkinje-Verschiebung bezeichnet.

Vereinfacht gesagt wird unser Auge bei schwachem Licht relativ empfindlicher für kürzere, blau-grünliche Wellenlängen, während rote Töne vergleichsweise dunkler erscheinen.

Deshalb verändert sich nachts nicht einfach nur die Sättigung der Farben – auch ihre wahrgenommene Helligkeit kann sich verschieben.

Unsere nächtliche Wahrnehmung ist also komplizierter als:

„Licht aus = alles grau.“

Das Sprichwort ist mehrere Jahrhunderte alt

Wie viele Sprichwörter lässt sich auch dieses nicht zuverlässig auf einen einzigen Menschen zurückführen.

Bemerkenswert ist jedoch, dass sehr ähnliche Fassungen bereits im 16. Jahrhundert in verschiedenen europäischen Sprachen schriftlich belegt sind.

Spanien: bereits 1549 belegt

Das Refranero Multilingüe des spanischen Instituto Cervantes dokumentiert die Form:

„De noche todos los gatos son pardos.“

Sinngemäß:

„Nachts sind alle Katzen dunkel beziehungsweise braungrau.“

Eine schriftliche Fassung ist dort bereits für 1549 belegt.

Später taucht das Sprichwort auch in Miguel de Cervantes’ Don Quijote auf.

Hat Cervantes das Sprichwort erfunden?

Diese Behauptung findet man gelegentlich.

Sie lässt sich aber nicht halten.

Der zweite Teil des Don Quijote, in dem das Sprichwort verwendet wird, erschien erst 1615.

Die dokumentierte spanische Fassung von 1549 ist deutlich älter.

Cervantes hat das Sprichwort also benutzt – erfunden hat er es nach heutigem Kenntnisstand nicht.

England: „When all candles be out, all cats be grey“

Auch im Englischen existiert die Redewendung sehr früh.

Das Oxford English Dictionary dokumentiert für 1550 bei John Heywood bereits die Form:

„When all candles be out, all cats be grey.“

Also:

„Wenn alle Kerzen erloschen sind, sind alle Katzen grau.“

1596 findet sich außerdem die heute noch sehr vertraut klingende Form:

„All cats are grey in the dark.“

Frankreich: „La nuit, tous les chats sont gris“

Auch die französische Fassung ist seit Jahrhunderten belegt:

„La nuit, tous les chats sont gris.“

Der Satz entspricht fast wortwörtlich dem deutschen Sprichwort.

Eine sehr ähnliche Form ist bereits im späten 16. Jahrhundert nachweisbar.

Spätestens in französischen Wörterbüchern des 17. Jahrhunderts war die Redewendung fest etabliert.

Und woher stammt die deutsche Fassung?

Auch im Deutschen ist das Sprichwort seit langer Zeit überliefert.

Varianten sind beispielsweise:

  • „Nachts sind alle Katzen grau.“
  • „Bei Nacht sind alle Katzen grau.“
  • „In der Nacht sind alle Katzen grau.“

Eine eindeutige Entstehungsgeschichte nach dem Muster:

„Person X erfand diesen Satz im Jahr Y.“

lässt sich jedoch nicht seriös angeben.

Die beinahe gleichzeitig auftretenden Fassungen in mehreren europäischen Sprachen sprechen vielmehr dafür, dass wir es mit einer sehr alten, weit verbreiteten sprichwörtlichen Vorstellung zu tun haben.

Die ursprüngliche Bedeutung war teilweise deutlich spöttischer

Heute können wir den Spruch ganz neutral auf Dinge, Menschen, Meinungen oder Situationen anwenden.

Historische Belege zeigen jedoch, dass er früher teilweise sehr konkret auf äußere Attraktivität und Sexualität bezogen wurde.

Die Aussage dahinter war ungefähr:

Im Dunkeln spiele es keine Rolle mehr, ob eine Person als schön oder weniger schön wahrgenommen werde.

Besonders häufig bezog sich diese Vorstellung auf Frauen.

Die englische Fassung zeigt das ziemlich deutlich

Der frühe englische Beleg bei John Heywood aus dem 16. Jahrhundert steht in einem Zusammenhang, in dem ausdrücklich schöne und weniger schöne Frauen beziehungsweise Sexualpartnerinnen miteinander verglichen werden.

Der Sinn des Spruches war dort deutlich weniger philosophisch als in vielen heutigen Erklärungen.

Er drückte sinngemäß aus:

Im Dunkeln verlieren Unterschiede der äußeren Attraktivität an Bedeutung.

Auch in Frankreich findet sich diese Bedeutung

Ältere französische Wörterbücher erklären den Spruch ebenfalls mit dem Vergleich von als schön oder hässlich betrachteten Menschen.

Noch die achte Ausgabe des Wörterbuchs der Académie française von 1935 nennt neben der allgemeinen Bedeutung ausdrücklich die Vorstellung, dass in der Dunkelheit für das Auge kein Unterschied zwischen einer schönen und einer hässlichen Person bestehe.

Die heutige Ausgabe formuliert wesentlich allgemeiner:

In der Dunkelheit erkenne man Menschen oder Dinge schlechter; übertragen könne man Unterschiede unter bestimmten Umständen schlechter unterscheiden und sich deshalb leichter täuschen.

Die Bedeutung hat sich also im Laufe der Zeit deutlich verallgemeinert.

War das Sprichwort ursprünglich frauenfeindlich?

So pauschal lässt sich die gesamte Entstehungsgeschichte nicht rekonstruieren.

Gesichert ist aber:

Mehrere frühe schriftliche Belege benutzen das Sprichwort in einem sexualisierten beziehungsweise abwertenden Zusammenhang, in dem weibliche Attraktivität bewertet wird.

Das gehört zur Geschichte der Redewendung und muss nicht ausgeblendet werden.

Genauso wichtig ist jedoch:

Das ist heute nicht mehr die einzige und meist auch nicht die gemeinte Bedeutung.

Das moderne Sprichwort wird überwiegend allgemeiner verwendet.

Warum ausgerechnet Katzen?

Das lässt sich wesentlich schwieriger beantworten.

Katzen waren schon früh eng mit menschlichen Siedlungen verbunden und sind häufig auch in der Dämmerung oder nachts unterwegs.

Eine sich im Dunkeln bewegende Katze ist daher ein sehr anschauliches Bild für ein Tier, dessen Fellfarbe bei schlechter Beleuchtung schwer zu erkennen ist.

Darüber hinaus besitzen Katzen in europäischen Sprichwörtern und Redewendungen ohnehin eine erstaunlich große Präsenz.

Wir:

  • lassen die Katze aus dem Sack,
  • kaufen die Katze im Sack,
  • spielen Katz und Maus,
  • haben andere Katzen zu peitschen
  • und beobachten Mäuse, die auf dem Tisch tanzen, sobald die Katze aus dem Haus ist.

Aber Vorsicht:

Eine ganz bestimmte historische Erklärung dafür, warum gerade die Katze in diesem Sprichwort gewählt wurde, ist nicht eindeutig belegt.

Die Verbindung mit der Nacht ist plausibel – mehr sollte daraus ohne entsprechende Quelle nicht gemacht werden.

Interessanterweise sind nicht überall alle Katzen grau

Auch die Farbbezeichnung unterscheidet sich zwischen den Sprachversionen.

Im Deutschen, Englischen und Französischen sind die Katzen grau.

Im Spanischen lautet die bekannte Form dagegen:

„De noche todos los gatos son pardos.“

„Pardo“ bezeichnet einen dunklen beziehungsweise bräunlich-grauen Farbton.

In anderen regionalen Fassungen können die Katzen sogar schwarz erscheinen.

Das zeigt schön, dass nicht die konkrete Fellfarbe entscheidend ist.

Die eigentliche Aussage lautet:

Bei Dunkelheit verschwinden farbliche und äußerliche Unterschiede zunehmend.

Ist das Sprichwort wissenschaftlich also richtig?

Im Kern ja – aber nur vereinfacht.

Richtig ist:

  • Unsere Farbwahrnehmung verschlechtert sich bei geringer Beleuchtung.
  • Stäbchen sind wesentlich lichtempfindlicher als Zapfen.
  • Unter sehr dunklen Bedingungen dominiert das Stäbchensystem.
  • Farben und Details lassen sich dann wesentlich schlechter unterscheiden.

Nicht ganz richtig wäre dagegen:

  • dass jede Katze nachts tatsächlich dieselbe Farbe besitzt,
  • dass wir bei jedem nächtlichen Licht ausschließlich Grau sehen
  • oder dass sämtliche Unterschiede zwischen Katzen verschwinden.

Mondlicht, künstliche Beleuchtung und andere Lichtquellen können weiterhin Zapfen aktivieren.

Wir befinden uns dann häufig im mesopischen Bereich, in dem Stäbchen und Zapfen gemeinsam zur Wahrnehmung beitragen.

Und was hat die Katze selbst damit zu tun?

Eigentlich erstaunlich wenig.

Das Sprichwort beschreibt unsere Wahrnehmung der Katze.

Die Katze verändert natürlich weder nachts ihre Pigmente noch ihr Fellmuster.

Eine schwarze Katze bleibt schwarz.

Eine rote Katze bleibt rot.

Eine dreifarbige Katze bleibt dreifarbig.

Nur die Lichtinformation, die unser Auge erreicht und auswerten kann, wird schlechter.

Darum passt der Schlusssatz unserer Grafik so gut:

Die Katzen bleiben verschieden – nur unser Blick erkennt die Unterschiede schlechter.

Das Sprichwort als kleine Lektion über Wahrnehmung

Gerade deshalb steckt in der Redewendung mehr als eine Beobachtung über Nachtsehen.

Sie erinnert daran, dass Wahrnehmung immer von den Bedingungen abhängt, unter denen wir etwas betrachten.

Wenn uns Informationen fehlen, können:

  • Unterschiede verschwimmen,
  • Ähnlichkeiten größer wirken,
  • Fehler übersehen werden
  • oder verschiedene Dinge vorschnell gleichgesetzt werden.

Die Dinge selbst haben sich dabei nicht unbedingt verändert.

Manchmal fehlt uns schlicht das Licht, um sie richtig zu unterscheiden.

Mythos oder Fakt?

„Nachts werden alle Katzen grau.“ – Mythos.

Die Fellfarbe verändert sich selbstverständlich nicht.

„Menschen können Farben bei wenig Licht schlechter unterscheiden.“ – Fakt.

Mit sinkender Beleuchtung verändert sich das Zusammenspiel von Zapfen und Stäbchen erheblich.

„Das Sprichwort stammt von Cervantes.“ – So nicht.

Cervantes verwendete eine spanische Fassung im Don Quijote, doch das Instituto Cervantes dokumentiert sie bereits für 1549 – Jahrzehnte vor der Veröffentlichung des Romans.

„Das Sprichwort hatte schon immer nur seine heutige neutrale Bedeutung.“ – Ebenfalls falsch.

Historische Belege zeigen auch sexualisierte und spöttische Verwendungen, insbesondere in Bezug auf äußere Attraktivität.

Kurz & knapp

  • „Nachts sind alle Katzen grau“ bedeutet, dass Unterschiede unter bestimmten Bedingungen schlechter erkennbar werden.
  • Die Katzen werden dabei natürlich nicht wirklich grau.
  • Bei wenig Licht nimmt die Farbwahrnehmung des menschlichen Auges deutlich ab.
  • Zapfen sind wichtig für Farbsehen und hohe Detailauflösung.
  • Stäbchen sind besonders lichtempfindlich und spielen bei Dunkelheit eine immer größere Rolle.
  • Zwischen hellem Tagessehen und sehr dunklem Nachtsehen liegt das mesopische Sehen, bei dem beide Systeme beteiligt sind.
  • Das Sprichwort ist in mehreren europäischen Sprachen seit mindestens dem 16. Jahrhundert schriftlich belegt.
  • Eine spanische Fassung ist bereits 1549 dokumentiert.
  • Das Oxford English Dictionary nennt einen englischen Beleg von 1550.
  • Cervantes verwendete das Sprichwort später, hat es aber nicht erfunden.
  • Historische Verwendungen bezogen sich teilweise spöttisch beziehungsweise sexualisiert auf äußere Attraktivität.
  • Heute wird das Sprichwort wesentlich allgemeiner gebraucht.

Sprichwörtlich Katze

Katzen begleiten Menschen nicht nur seit Jahrtausenden durch Häuser, Höfe und Städte.

Sie haben auch tiefe Spuren in unserer Sprache hinterlassen.

Manchmal geht es dabei tatsächlich um Katzenverhalten.

Manchmal dient die Katze nur als Bild für etwas ganz anderes.

Und manchmal – wie bei den angeblich grauen Katzen der Nacht – steckt hinter einem alten Spruch sogar ein echtes Wahrnehmungsphänomen.

Die Katzen bleiben verschieden. Nur unser Blick erkennt ihre Unterschiede bei wenig Licht schlechter.

Quellen & weiterführende Informationen

  • Oxford English Dictionary (OED): Eintrag grey/gray, historische Belege zur Wendung all cats are grey in the dark; frühester dort angeführter Beleg aus John Heywoods Sprichwortsammlung von 1550.
  • Centro Virtual Cervantes – Refranero Multilingüe: De noche, todos los gatos son pardos – Bedeutung, Varianten und historische Belege; dokumentierte Fassung bei Pedro Vallés von 1549 sowie spätere Verwendung bei Miguel de Cervantes.
  • Dictionnaire de l’Académie française, 9. Auflage (2024): Eintrag chat, chatte – heutige Bedeutung von La nuit, tous les chats sont gris: In der Dunkelheit lassen sich Personen und Dinge beziehungsweise ihre Unterschiede schlechter erkennen.
  • Dictionnaire de l’Académie française, 8. Auflage (1935): Eintrag chat, chatte – dokumentiert neben der allgemeinen Bedeutung noch ausdrücklich die historische Anwendung auf als schön beziehungsweise hässlich bewertete Personen.
  • Purves D, Augustine GJ, Fitzpatrick D et al.: Neuroscience – Functional Specialization of the Rod and Cone Systems, NCBI Bookshelf – Unterschiede zwischen Stäbchen- und Zapfensystem sowie skotopisches und photopisches Sehen.
  • Purves D, Augustine GJ, Fitzpatrick D et al.: Neuroscience – Cones and Color Vision, NCBI Bookshelf – Grundlagen der menschlichen Farbwahrnehmung und Funktion der drei Zapfentypen.
  • Zele AJ, Cao D (2015): Vision under mesopic and scotopic illumination, Frontiers in Psychology 5:1594. DOI: 10.3389/fpsyg.2014.01594 – Übersichtsarbeit zu Stäbchen-, Zapfen- und Farbwahrnehmung bei mittlerer und sehr geringer Beleuchtung.
  • Kelber A, Yovanovich C, Olsson P (2017): Thresholds and noise limitations of colour vision in dim light, Philosophical Transactions of the Royal Society B – Überblick über die Grenzen der Farbwahrnehmung bei schwacher Beleuchtung und den Übergang zur stäbchendominierten Wahrnehmung.

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