Wenn eine Katze trächtig ist – vom winzigen Embryo bis zum Kitten

Bei uns Menschen dauert eine Schwangerschaft rund neun Monate.

Bei Katzen geht alles deutlich schneller: Eine Trächtigkeit dauert meist ungefähr 63 bis 65 Tage – also nur gut zwei Monate.

In dieser kurzen Zeit entwickeln sich aus winzigen Embryonen vollständig entwickelte Kitten.

Wie die Geburt selbst abläuft, schauen wir uns bewusst in einem eigenen Beitrag an. Hier geht es nur um die Trächtigkeit bis kurz vor diesem Punkt.

Wie lange ist eine Katze trächtig?

Als grober Richtwert gelten etwa neun Wochen.

Je nachdem, von welchem Zeitpunkt aus gerechnet wird, können die Angaben etwas schwanken. Merck beschreibt für Katzen ungefähr 63 bis 66 Tage Trächtigkeit; aus dem Deckzeitpunkt allein lässt sich der genaue Geburtstermin nicht immer sicher bestimmen.

Das liegt unter anderem daran, dass Deckakt, Eisprung und tatsächliche Befruchtung nicht exakt zum selben Zeitpunkt stattfinden müssen.

63 bis 65 Tage sind deshalb ein guter Alltagswert – aber kein Termin, auf den sich jede Katze auf die Stunde genau hält.

Die ersten Wochen: Noch sieht man kaum etwas

Zu Beginn der Trächtigkeit verändert sich äußerlich oft nur wenig.

Im Körper passiert dagegen bereits sehr viel.

Nach der Befruchtung wandern die frühen Entwicklungsstadien in die Gebärmutter. Bei Katzen findet die Einnistung ungefähr zwei Wochen nach der Befruchtung statt.

Im Ultraschall können Fruchthüllen unter günstigen Bedingungen schon sehr früh sichtbar sein. Der Embryo selbst wird ungefähr ab der zweiten bis dritten Woche erkennbar.

Auch eine Herzaktivität kann im Ultraschall bereits etwa ab Tag 16 bis 20 nachweisbar sein.

Etwa ab Woche 3 bis 4: Die Trächtigkeit kann festgestellt werden

Eine tierärztliche Untersuchung kann eine Trächtigkeit häufig nach ungefähr drei bis vier Wochen bestätigen.

Besonders hilfreich ist dabei der Ultraschall.

Er kann nicht nur zeigen, ob eine Katze trächtig ist, sondern auch Informationen darüber liefern, ob sich die Föten entwickeln und Herzaktivität vorhanden ist.

Merck nennt etwa Tag 25 bis 35 als besonders geeigneten Zeitraum für eine Ultraschalluntersuchung zur Trächtigkeitsdiagnostik.

Vom eigenständigen Abtasten des Bauches sollte man dagegen absehen. Das gehört in erfahrene tierärztliche Hände.

Die Entwicklung verläuft erstaunlich schnell

In wenigen Wochen verändert sich aus einem sehr kleinen Embryo ein deutlich erkennbarer Katzenfötus.

Ultraschalluntersuchungen zeigen beispielsweise:

  • Fruchtanlagen können bereits sehr früh sichtbar werden,
  • der Embryo lässt sich ungefähr ab der zweiten bis dritten Woche erkennen,
  • Herzaktivität kann schon in dieser frühen Phase nachweisbar sein,
  • ab ungefähr dem ersten Monat werden immer mehr Organe und Körperstrukturen erkennbar,
  • in der zweiten Hälfte der Trächtigkeit wachsen die Kitten besonders deutlich weiter.

Die Einteilung in „Woche 1, Woche 3, Woche 6 und Woche 9“ ist deshalb vor allem eine anschauliche Orientierung.

Entwicklung passiert kontinuierlich – nicht plötzlich beim Wechsel von einer Kalenderwoche zur nächsten.

Was verändert sich bei der Katzenmama?

Mit fortschreitender Trächtigkeit wird der Bauch größer und das Körpergewicht nimmt zu.

Auch die Zitzen können deutlicher hervortreten.

Manche Katzen werden anhänglicher, andere ruhiger oder ziehen sich häufiger zurück.

Solche Veränderungen sind jedoch individuell und eignen sich allein nicht dazu, eine Trächtigkeit sicher festzustellen.

Der Energiebedarf steigt

Trächtigkeit ist für den Körper der Katze anstrengend.

Während die Kitten wachsen, steigt auch der Bedarf an Energie und Nährstoffen.

Merck beschreibt, dass Katzen während der Trächtigkeit kontinuierlich an Gewicht zunehmen und bereits früh mehr Energie benötigen können. Im letzten Drittel kann die Nahrungsaufnahme noch einmal deutlich steigen.

Häufig wird deshalb ein hochwertiges Alleinfuttermittel für Wachstum beziehungsweise Kitten empfohlen, das auch für Trächtigkeit und Säugezeit geeignet ist.

Wie viel eine einzelne Katze tatsächlich benötigt, hängt unter anderem von Gewicht, Körperzustand, Wurfgröße und Futter ab.

Bei einer trächtigen Katze lohnt es sich deshalb, die Fütterung mit der Tierarztpraxis abzustimmen.

Keine Nahrungsergänzung auf eigene Faust

„Mehr Bedarf“ bedeutet nicht automatisch, dass zusätzlich Vitamine oder Mineralstoffe gegeben werden sollten.

Bei einem vollständig ausgewogenen Futter sind zusätzliche Präparate normalerweise nicht nötig und können im ungünstigen Fall sogar zu einem Ungleichgewicht führen.

Besonders Kalzium sollte nicht ohne tierärztliche Empfehlung ergänzt werden.

Wichtiger ist ein geeignetes, vollständiges Futter in ausreichender Menge.

Gegen Ende wird ein ruhiger Platz wichtiger

Wenn die Trächtigkeit weit fortgeschritten ist, suchen manche Katzen zunehmend nach geschützten und ruhigen Orten.

Sie können Schränke, Kartons, Körbe oder andere abgeschirmte Plätze interessant finden.

Man kann deshalb frühzeitig einen warmen, ruhigen und gut zugänglichen Bereich anbieten.

Ob die Katze diesen Platz dann tatsächlich benutzt, entscheidet allerdings – wenig überraschend – die Katze. 😅

Was unmittelbar vor und während der Geburt passiert, gehört dann in den eigenen Beitrag zur Geburt.

Wann sollte eine Tierarztpraxis einbezogen werden?

Eine Trächtigkeit sollte möglichst tierärztlich begleitet werden – besonders wenn sie ungeplant ist oder die Vorgeschichte der Katze nicht bekannt ist.

So können unter anderem Gesundheitszustand, Ernährung und Entwicklung der Kitten eingeschätzt werden.

Auch bei auffälligen Veränderungen wie deutlicher Schwäche, anhaltendem Erbrechen, Schmerzen, Blutungen oder anderem ungewöhnlichen Ausfluss sollte nicht abgewartet werden.

Muss eine Katze einmal Junge bekommen?

Nein.

Eine Katze muss weder aus gesundheitlichen noch aus verhaltensbiologischen Gründen einmal Kitten bekommen, bevor sie kastriert werden kann.

Wer keinen verantwortungsvoll geplanten Nachwuchs möchte, sollte frühzeitig mit einer Tierarztpraxis über die Kastration sprechen.

Das verhindert nicht nur ungeplante Würfe, sondern beendet bei weiblichen Katzen auch die wiederkehrenden Fortpflanzungszyklen.

Kurz & knapp

  • Eine Katzenträchtigkeit dauert meist ungefähr 63 bis 65 Tage.
  • Eine sichere Feststellung ist häufig nach etwa drei bis vier Wochen möglich.
  • Ultraschall kann Trächtigkeit und Herzaktivität der Föten beurteilen.
  • Die Entwicklung der Kitten schreitet innerhalb weniger Wochen sehr schnell voran.
  • Der Energie- und Nährstoffbedarf der Mutter steigt während der Trächtigkeit.
  • Zusätzliche Vitamine oder Mineralstoffe sollten nicht einfach auf eigene Faust gegeben werden.
  • Gegen Ende suchen viele Katzen einen ruhigen, geschützten Platz.
  • Eine Katze muss nicht einmal Junge bekommen, bevor sie kastriert werden kann.

Neun Wochen – und plötzlich sind es fast fertige Kitten

Innerhalb von nur gut zwei Monaten entsteht aus einem winzigen Embryo ein ganzer Wurf kleiner Katzen.

Das ist beeindruckend – und gleichzeitig eine enorme Leistung für den Körper der Katzenmama.

Deshalb gehören zu einer Trächtigkeit nicht nur niedliche Kittenbilder, sondern vor allem gute Versorgung, Beobachtung und Verantwortung.

Und was anschließend passiert, schauen wir uns im eigenen Beitrag zur Geburt an. 😅🐱❤️

Quellen

Merck Veterinary Manual – Pregnancy Determination in Bitches and Queens
Informationen zur Einnistung, zur tierärztlichen Feststellung einer Trächtigkeit und zum geeigneten Zeitraum für Ultraschalluntersuchungen.
https://www.merckvetmanual.com/management-and-nutrition/management-of-reproduction-dogs-and-cats/pregnancy-determination-in-bitches-and-queens

Merck Veterinary Manual – Management of Reproduction of Cats
Informationen zur Dauer der Trächtigkeit, Trächtigkeitsdiagnostik und Ernährung trächtiger Katzen.
https://www.merckvetmanual.com/cat-owners/reproductive-disorders-of-cats/management-of-reproduction-of-cats

Merck Veterinary Manual – Feeding Practices in Small Animals
Veterinärmedizinische Angaben zum steigenden Energiebedarf und zur Ernährung während Trächtigkeit und Säugezeit.
https://www.merckvetmanual.com/management-and-nutrition/nutrition-small-animals/feeding-practices-in-small-animals

VCA Animal Hospitals – Feeding the Pregnant Cat
Informationen zur Gewichtszunahme, zum Energiebedarf und zu geeigneten Alleinfuttermitteln während der Trächtigkeit.
https://vcahospitals.com/know-your-pet/feeding-the-pregnant-cat

Zambelli D. et al. (2002): „Ultrasound aspects of fetal and extrafetal structures in pregnant cats“ – Journal of Feline Medicine and Surgery.
Ultraschalluntersuchung der vorgeburtlichen Entwicklung von Katzen mit zeitlicher Einordnung verschiedener Entwicklungsstadien.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12027508/

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